lena in actionSegeln ist für Lena Weißkichel mehr als nur ein Hobby – seitdem sie im Sportinternat Kiel wohnt, lernt und trainiert, ist Segeln für Lena schon fast ein Beruf. Die Teilnahme an der Internationalen Deutschen Jugendmeisterschaft und an der Jugendeuropameisterschaft waren in diesem Sommer die herausragenden sportlichen Ereignisse, wie Lena uns berichtet – hier ihre Eindrücke.

Vom 24.-27.07. wurde in Travemünde um den Titel des Deutschen Jugendmeisters gesegelt. Wir Internatler reisten schon am 19.07. an. Vorher hatten wir uns in Kiel umfassend in einem Training mit der türkischen Nationalmannschaft auf unsere Saisonhöhepunkte vorbereitet. In Travemünde erkundeten wir noch das Revier und gaben unseren Booten den letzten Schliff, sodass wir am Samstag problemlos durch die Vermessung kamen.

StartreiheSonntag war der erste Start und wir konnten 2 Rennen bei gutem Wind und schöner Welle segeln. Ich kam gut mit den Bedingungen klar und war schnell, sodass ich im ersten Rennen trotz eines eher mäßigen Starts auf Platz 11 landete. Im zweiten Rennen nahm der Wind leider rapide ab, doch das war egal, ich hatte nämlich einen Frühstart.

Am nächsten Tag hatten wir annährend die gleichen Bedingungen wie am Vortag. Mit guten Starts kam ich in beiden Tagesrennen an der Luvtonne unter den Top 15 an, verlor dann doch noch ein paar Schiffe. Mit Platz 16 und 31 war ich also nicht so wirklich zufrieden.

an Land2Der nächste Tag war sehr entspannt, weil wir Startverschiebung an Land hatten. Wir bauten uns ein Zelt aus Baum und Oberpersenning und warteten auf Wind. Erst spät am Nachmittag wurde abgebrochen.

Dienstag starteten wir nur ein Rennen, für dessen erste Kreuz wir 30min brauchten. Auf Reach und Vorwind schlief der Wind dann immer mehr ein. Für mich wäre es gut gewesen, wenn wir nach dem Vorwind Bahnverkürzung und Ziel gehabt hätten, denn ich war mit einer Top Ten Platzierung ganz gut dabei. Leider wurde das Rennen jedoch abgebrochen. Ich war trotzdem glücklich, weil ich  gezeigt hatte, dass ich auch bei Leichtwind gut segeln kann.

Am letzten Tag segelten wir noch drei Rennen bei sehr drehenden, böigen Bedingungen. Mit den Platzierungen 14, 20 und 25 beendete ich die IDJM auf dem 18. Platz. Damit war ich nicht wirklich zufrieden, aber wenn man bedenkt, dass es meine erste große nationale Regatta im Laser radial war und wir in dem 92-Boote-Feld auch gegen die Jungs gesegelt sind, ist sie doch okay.

lena in action2Direkt im Anschluss an die IDJM fuhren wir nach Tallinn, Estland, um uns auf die Jugendeuropameisterschaft dort vorzubereiten. Am 09.08. war der erste Wettfahrttag, doch es fanden keine Wettfahrten statt, weil der Wind zu stark war. Aber am zweiten Tag konnten wir endlich zwei Rennen segeln. Der Wind wehte immer noch kräftig aus WSW, sodass wir auch ordentlich Welle hatten, ähnlich der Bedingungen, die wir sonst auch in Kiel haben. Ich kam damit also ziemlich gut zurecht und fuhr trotz eher mäßiger Starts und der Tatsache, dass ich im ersten Rennen erst nicht die bevorteilte Seite genommen hatte, einen 19. und 16. Platz. Am dritten Wettfahrttag kam ich im ersten Rennen überhaupt nicht zurecht, konnte aber den 25. Platz mit einem 9. Platz im 2. Tagesrennen, in dem ich anfangs sogar 5. war, wieder ausgleichen. Damit war ich 14. in der Gesamtwertung. So konnte es weitergehen!

Ich wollte also am Freitag genau dort weitermachen, wo ich am Vortag aufgehört hatte. Das gelang mir auch zunächst, bis ich in der 5. Wettfahrt gegen Ende der zweiten Kreuz als 15. nach einer Wende den Ausreitgurt verfehlte und kopfüber aus dem Boot fiel. Danach war der Abstand zu den Top Ten so riesig, dass ich das Rennen auf dem 29. Platz beenden musste. Im 2. Tagesrennen bekam ich direkt nach dem Start einen unnötigen Protest und musste 2 Strafkringel drehen. Anschließend konnte ich – 100m hinter allen anderen – nur noch den Schaden begrenzen. Als ich dann diejenige hinter mir ließ, die den Protest hatte machen wollen, war die Genugtuung groß, aber die Enttäuschung über Platz 25 riesig.  In der Gesamtwertung fiel ich ganze 8 Plätze zurück und konnte mich darüber nur ärgern.

an Land3Ändern konnte ich das alles nicht mehr, also hakte ich den Tag ab und startete topmotiviert in den nächsten Regattatag. Nach 5 Stunden Startverschiebung hatte der Wind so weit abgenommen, dass wir segeln konnten und so schafften wir sogar noch zwei Tagesrennen.

Mit Platz 14 und 19 konnte ich mich in der Gesamtwertung wieder auf Platz 19 vorschieben und kam entsprechend zufriedener vom Wasser. Besonders freute ich mich über meinen Vorwindspeed im zweiten Rennen. Es ist so ein atemberaubendes Gefühl, wenn man die Wellen perfekt trifft und die ganze Zeit im Surfen ist.

Am letzten Tag bewies der Wettfahrtleiter noch einmal Geduld und reizte die Startverschiebung bis zum Ende aus. Nachdem wir dann lange genug im Regen gewartet hatten, hatte er endlich Erbarmen und brach ab. Somit beendete ich meine erste internationale Meisterschaft im Laser radial auf Platz 19 von 48. Meine beiden Trainingspartnerinnen wurden Europameisterin und U17 Europameisterin.

JEMdabeiJetzt geht es für mich erstmal nach Hause zur aktiven Regeneration und in den SVG, um meine Ferien zu genießen. Im September nach der LJM geht die Schule wieder los und ich werde wieder fleißig trainieren, damit ich nächstes Jahr mit meinen Trainingspartnerinnen mithalten kann!

(Fotos: Travemünder Woche – albertosanchez.photoshelter.com – Berit Hainoja/Kahlev Jahtklubi)